Er werde nie ein Buch schreiben, das später als 1972 spielt, sagte James Ellroy einmal in einem Interview, womit Blut will fließen der am nächsten an der Gegenwart liegende Roman des großen amerikanischen Ausnahmekrimischriftstellers wäre: Denn das Buch behandelt die vier Jahre von 1968 bis 1972, dreckige Jahre der amerikanischen Geschichte, regiert von Perversion und Korruption bis in die höchsten Spitzen der Politik hinein – so zumindest die Überzeugung Ellroys. Und so spinnt er um die historischen Fakten dieser Zeit – die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, den chaotischen Wahlkampf zwischen Nixon und Humphrey, den Vietnamkrieg und die Studentenproteste, den verbitterten Kampf des FBI-Chefs J. Edgar Hoover gegen die schwarze Bürgerrechtsbewegung, die Versuche des Milliardärs Howard Hughes, sich Las Vegas unter den Nagel zu reißen, und, und, und – eine fiktive Handlung von schmutzigen Geschäften, Millionenbestechungen, Sex, Macht und Gewalt, die einem den Atem raubt. Ellroys Ansatz ist der eines Verschwörungstheoretikers: Dass es in Politik und Wirtschaft unsauber zugehe, dass die großen Entscheidungen in Wirklichkeit in Hinterzimmern von Drahtziehern getroffen würden, dass alle Mächtigen gehörig Dreck am Stecken hätten – das glaube doch in Wahrheit jeder, so seine Grundannahme. Und so nimmt er sich die Freiheit und konstruiert innerhalb der historischen Eckdaten die denkbar finsterste Alternativversion der Geschichte, die natürlich fiktiv ist, aber immerhin so stattgefunden haben könnte. Nicht von ungefähr beschäftigt Ellroy Rechercheure, die sicherstellen, dass alles, was er schreibt, zumindest keinen historischen Fakten widerspricht.
"Ellroy ist der wohl wahnsinnigste unter den lebenden Dichtern und Triebtätern der amerikanischen Literatur." (Süddeutsche Zeitung) "Ein sensationell guter Roman, weit mehr als ein Kriminalroman." (ARD Druckfrisch, 2010) "Der versierte Roman eines Schriftstellers, der dem Mainstream fern, aber dem Höhepunkt seines Schaffens nahe." (Kölner Stadt-Anzeiger, 2010) "Der Mann ist einzigartig - und längst ganz oben angekommen." (Hamburger Morgenpost, 2010) "Dieser Roman ist ein Ritual, ist literarischer Voodoo." (Münchner Merkur, 2010) "Einen tieferen Abgrund findet kein Thrillerautor, einen so unterhaltsamen auch nicht." (Die Presse am Sonntag, 2010) "Ist der herausragende Abschluss der großen `Underworld USA`-Triologie des Autors, der vielen als bedeutendster Thrillerautor der Gegenwart gilt." (dpa, 2010) "Literarischer Starkstrom, souzusagen. Ein echter Ellroy." (Zeit Online, 2010) "Ein böses Buch, eine böse Geschichte - hochspannend, in rasendem Tempo erzählt, wie nur James Ellroy das kann." (Der Tagesspiegel, 2010) "Ein Buch wie ein Box-Kampf: rau, brutal, unerbittlich" (Nürnberger Nachrichten, 2010) "Ellroy ist ein amerikanisches Phänomen, eine Kultgestalt zwischen Thomas Pynchon und Jeff Koons." (Die Zeit, 2010)
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